Freitag, 26. März 2010

Cristianas Werk

Zwei Fremde In Paris

Die Wellen klatschten regelmässig und ununterbrochen an das kleine Mäuerchen am Ende des Parks. Auf diesem Mäuerchen sass sie und beobachtete, wie die Blütenblätter  der Bäume leise und unbeschwert ihren Weg aufs Wasser fanden. Der Wind blies ihr die Haare ins Gesicht und die Sonne schien. Sie schloss die Augen und genoss diesen Moment der aus reinem Glück zu bestehen schien.  Sie fühlte sich frei und leer, gerade so, als bemerke sie erst jetzt dass sie lebte. Nachdem sie drei Mal tief durchgeatmet hatte öffnete sie die Augen. Vor ihr  stand ein junger Mann mit zerzaustem Haar. Er hielt eine Zigarette in der Hand und lächelte. „Wissen Sie, das hat mir an Paris immer sehr gut gefallen, diese kurzen Augenblicke auf dem Gehweg, man kann die Menschen beobachten und manchmal trifft man jemanden, von dem man glaubt, man könnte mit ihm reden …“ er kniff die Augen zusammen da die Sonne ihn blendete. Sie nickte kurz „Und - bin ich so jemand?“  Er zuckte mit den Schultern „Wir reden doch gerade, oder?“

Er lächelte erneut „Ja, ja das tun wir wohl …“, sagte sie und schenkte ihm ein melancholisches Lächeln. Auch sie sah jetzt auf die Strasse und beobachtete die Leute, die vorbei gingen.  Er blies den Rauch aus.  „Sind sie gerne hier?“.  Sie wiegte ihren  Kopf hin und her  „Warum fragen sie mich das?“ Ein weiteres  Lächeln seinerseits „Na weil es mich interessiert!“ sie kniff ihre Augen zusammen „Na, schön dann, kann ich sie auch mal etwas fragen?“. Er warf die Zigarette auf den Gehweg. „Natürlich fragen Sie ruhig!“ „Tut mir leid, aber ich habe Sie noch nie hier gesehen, kommen Sie aus dieser Gegend?“  „Nun ja, aufgewachsen bin ich hier, aber dann zog ich nach New York, um dort Karriere zu machen - , was ich dann auch getan habe. Kürzlich wurde ich dann auf eine Geschäftsreise geschickt, die mich hierher geführt hat. Und ich habe festgestellt, dass ich einfach hierher gehöre!“  „Ach ja? Und was haben sie jetzt vor? ich meine, bleiben sie hier oder reisen Sie erneut nach NY?“. Er blickte in den Himmel „Was glauben Sie?“ „ Also ich denke dass, wenn sie hier bleiben, sich vielleicht zuhause fühlen, aber in New York haben sie schliesslich ein Leben. Ihre Arbeit , und somit eine gewisse Sicherheit nehme ich an, also… Paris ist auch ein wunderschöner Ferienort wissen sie?“

Er nickte. „ Sehen Sie, genau das habe ich auch gedacht! Aber  dann habe ich festgestellt, dass das bloss eine Ausrede ist! Ich kann auch hier arbeiten und …“,  er sah ihr jetzt  direkt in ihre grünlich schimmernden  Augen „Wenn man ein Risiko eingeht  kann man verlieren! Aber wenn man kein Risiko eingeht  verliert man auf jeden Fall!“.  Er lachte erneut „Und hier stehe ich jetzt! Und ich werde auch Morgen wieder herkommen können und es einfach geniessen, hier zu sein! - HA!“  sie streckte ihm ihre rechte Hand entgegen „Na dann, gratuliere ich ihnen!“ er schüttelte ihre Hand und bedankte sich.

Für eine Weile sahen sie beide in den Himmel spürten, die Wärme der Sonne und den Wind, der weiterhin Blütenblätter  an ihnen vorbeiblies. Dann drehte er sich erneut zu ihr „ Sie müssen wissen dass ich eigentlich vor allem hier bleiben will weil meine Freundin hier wohnt! Aber ich weiss nicht ob sie mich überhaupt haben will!“  „Weiss sie denn das Sie hier sind?“  er setzte einen nachdenklichen Blick auf „Na ja also ehm, eigentlich hätte ich heute mein Flugzeug nach NYC nehmen sollen. Aber ich konnte die Vorstellung nicht ertragen von ihr wegzugehen, wir haben uns gestritten wissen Sie?!“.  Sie nickte verständnisvoll.  „Dann bitten Sie sie  doch um Entschuldigung!“. Er zündete sich eine weitere Zigarette an „Ja, das tue ich“ sein undurchsichtiger Blick streifte erneut über die Strasse, die Passanten die auf ihr liefen und die Lokale, die die Strassenseite schmückten. Auf einmal fasste er sie aufgeregt am Ärmel „DA! Sehen Sie Jean Louis’ Crêpes! Das sind die besten Crêpes  auf diesem ganzen Planeten! Dort der  blaue Stand sehen Sie?“. Sie lächelte. „Ja ich sehe ihn!“, er liess sie los. „Ich hol mir eine Crêpes! Wollen Sie auch eine? Nein, sagen Sie nichts, ich hole ihnen auch eine! Aber bitte…“ er suchte erneuten Augenkontakt „Bitte warten Sie hier auf  mich ja?!“ Sie zuckte die Schultern „Okay ich warte“.

Sie setzte sich erneut auf das Mäuerchen und streckte ihr Gesicht entspannt der Sonne entgegen jetzt roch sie auch den angenehmen Geruch von frischen Crêpes,  der durch die Gasse strömte. Für einen Augenblick überlegte sie sich über die Strasse hin zu ihm zu gehen,  jedoch entschied sie sich um, und sah zu wie er bezahlte und sich wieder  in ihre Richtung drehte. Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und stand auf. Er hielt ihr ihre Crêpe  entgegen. „Madame ihre Crêpe, bitte sehr!“ sie schmunzelte, „ Danke schön! Das ist meine Lieblingssorte!“ er lachte sie an. „Weiss ich doch! -  Ich meine das dachte ich mir“. Sie stellte ihre Crêpe ab. „Hör auf mit dem Quatsch!“, sie strich ihm über die Wange, er hielt ihre Hand fest und zog sie an sich: „Du bleibst also bei mir? Für, für immer?“ er küsste sie „Ja ich -  weisst du -  es tut mir wirklich leid das ich es überhaupt in Betracht gezogen habe – dich zu verlassen,  Ich wusste nicht das man so sehr lieben kann! Ich dachte ich wär nicht Programmiert so sehr zu lieben, durch dich habe ich gelernt zu leben, du tust mir so unglaublich gut! Bitte, bitte verzeih mir okay?“. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals „Ich liebe dich auch! Und es tut mir auch leid! Aber ich bin so froh das du nicht gegangen bist!“.   
                                            
„So ähnlich haben wir uns damals kennengelernt, weisst du noch?“ sie lachte „Natürlich, aber damals warst du nicht ganz so sympathisch und wortgewandt!“ er legte den Kopf schief „Trotzdem habe ich dir gefallen …“. Sie umarmte ihn erneut und hielt ihn ganz fest. Der Wind blies,  die Sonne schien, es roch nach Crêpes und aus einem Haus drang leise Klaviermusik  und mittendrin war  ein Pärchen, zwei weitere Passanten in Paris.

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In meinem Blogg Zwei Fremde in Paris habe ich nicht alles aus erster Hand geschrieben. Desshalb sind hier die Zitate und ihre Quellen von denen ich sie abgeschrieben habe:

  • Wissen Sie, das hat mir an Paris immer sehr gut gefallen, diese kurzen Augenblicke auf dem Gehweg, man kann die Menschen beobachten und manchmal trifft man jemanden, von dem man glaubt, man könnte mit ihm reden …ist aus  dem Film „New york I love you“ gesprochen von Robin Wright-Penn                                                     
  • Des weiteren:Wenn man ein Risiko eingeht  kann man verlieren! Aber wenn man kein Risiko eingeht  verliert man auf jeden Fall!“.  Aus dem kinotrailer „Die Schachspielerin“
  • Ich wusste nicht das man so sehr lieben kann! Ich dachte ich wär nicht Programmiert so sehr zu lieben, durch dich habe ich gelernt zu leben,aus dem Film  „ich habe sie geliebt“
  • Der Wind blies,  die Sonne schien, es roch nach Crêpes und aus einem Haus drang leise Klaviermusik  und mittendrin war  ein Pärchen, zwei weitere Passanten in Paris.Aus einem Text namens: so ist Paris von Albert Caflish“
  •  er suchte erneuten Augenkontakt „Bitte warten Sie hier auf  mich ja?!Aus der  Neuntklass Arbeit von Clara Büchi

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